Die langfristigen Folgen des GlüStV 2021 für lizenzierte Online-Tischspiele bis 2026

Der 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag regelt den deutschen Markt für Online-Glücksspiele und überlässt die Erteilung von Lizenzen für Tischspiele wie Blackjack und Roulette den einzelnen Bundesländern, sodass diese Angebote auf vielen lizenzierten Plattformen bislang fehlen. Im Mai 2026 zeigt sich deutlich, dass diese dezentrale Zuständigkeit zu einer uneinheitlichen Verfügbarkeit geführt hat, während strengere Vorgaben wie Einzahlungslimits und das OASIS-Sperrsystem Spieler zunehmend in Richtung unregulierter Angebote lenken. Daten aus dem Jahrbuch Sucht 2025 weisen darauf hin, dass die Kanalisierungsrate im legalen Sektor weiterhin niedrig ausfällt und illegale Plattformen dadurch an Bedeutung gewinnen.
Regulatorische Rahmenbedingungen und Lizenzvergabe
Der GlüStV 2021 sieht vor, dass Sportwetten und Automatenspiele bundesweit lizenziert werden können, während Tischspiele wie Blackjack und Roulette in die Entscheidungshoheit der Länder fallen, was in der Praxis oft zu einer Zurückhaltung bei der Genehmigung führt. Behörden in mehreren Bundesländern haben bis 2026 keine oder nur sehr begrenzte Lizenzen für diese Spiele erteilt, sodass lizenzierte Anbieter sie häufig gar nicht anbieten. Diese Regelung schafft eine fragmentierte Landschaft, in der Spieler je nach Wohnort unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten vorfinden und sich gleichzeitig mit einheitlichen Schutzmechanismen wie dem Einzahlungslimit von 1000 Euro pro Monat sowie der OASIS-Sperrdatei auseinandersetzen müssen.
Auswirkungen strenger Vorgaben auf das Spielverhalten
Einzahlungsobergrenzen und die zentrale Sperrdatei OASIS sollen Spielsucht vorbeugen, doch sie schränken gleichzeitig den Spielraum auf lizenzierten Plattformen ein, während unregulierte Anbieter ohne solche Beschränkungen agieren. Viele Nutzer berichten von Umwegen über VPN-Dienste oder ausländische Server, um uneingeschränkt Blackjack oder Roulette zu spielen, und Statistiken zeigen, dass die Kanalisierungsrate im legalen Bereich im Jahr 2026 bei unter 30 Prozent liegt. Die Kombination aus begrenzten Einzahlungen und automatischen Sperren führt dazu, dass Spieler mit höherem Interesse an Tischspielen vermehrt auf Angebote außerhalb des regulierten Markts ausweichen, wo weder Limits noch Sperrsysteme greifen.

Anstieg illegaler Angebote und niedrige Kanalisierungsrate
Die begrenzte Verfügbarkeit lizenzierter Tischspiele hat seit Inkrafttreten des Vertrags zu einem spürbaren Wachstum illegaler Plattformen geführt, die Blackjack und Roulette ohne Einzahlungslimits oder OASIS-Integration anbieten. Analysen aus dem Herbst 2024 belegen, dass die Zahl der unregulierten Anbieter, die auf deutsche Kunden abzielen, kontinuierlich steigt, weil sie flexiblere Spielbedingungen und höhere Einsatzmöglichkeiten ermöglichen. Die niedrige Kanalisierungsrate resultiert direkt aus diesen Rahmenbedingungen, da Spieler, die Tischspiele bevorzugen, kaum Alternativen im legalen Bereich finden und daher vermehrt auf nicht lizenzierte Seiten wechseln. Beobachter stellen fest, dass diese Entwicklung den ursprünglichen Zielen des GlüStV teilweise entgegenwirkt, indem sie den Schwarzmarkt stärkt statt ihn zurückzudrängen.
Entwicklungen im Mai 2026 und aktuelle Marktsituation
Im Mai 2026 bleibt die Situation weitgehend unverändert, da einzelne Länder weiterhin zurückhaltend bei der Lizenzvergabe für Online-Tischspiele sind und die meisten regulierten Plattformen auf Sportwetten sowie Automatenspiele beschränkt bleiben. Die OASIS-Sperre und die monatlichen Einzahlungslimits gelten unverändert, sodass die Abwanderung zu illegalen Anbietern anhält und die Kanalisierungsquote nicht signifikant steigt. Berichte der zuständigen Aufsichtsbehörden dokumentieren einen anhaltenden Zuwachs an Beschwerden über nicht lizenzierte Seiten, die ohne Alterskontrollen oder Spielschutzmaßnahmen operieren und dadurch zusätzliche Risiken bergen. Die dezentrale Lizenzstruktur verhindert bislang eine einheitliche Lösung, die sowohl Spielerschutz als auch attraktive legale Angebote für Tischspiele miteinander verbinden könnte.
Conclusion
Die Auswirkungen des GlüStV 2021 manifestieren sich 2026 vor allem in einer fragmentierten Lizenzlandschaft für Tischspiele und einer anhaltenden Verlagerung von Spielern in den Schwarzmarkt. Strenge Schutzmechanismen wie Einzahlungslimits und OASIS tragen zwar zum Spielerschutz bei, schränken jedoch gleichzeitig die Attraktivität des legalen Angebots ein, was die niedrige Kanalisierungsrate und das Wachstum illegaler Plattformen erklärt. Zukünftige Anpassungen der Länderzuständigkeiten könnten hier Abhilfe schaffen, doch bislang bleibt die Situation durch die bestehenden Regelungen geprägt.